You are here

Friday, January 30, 2015 - 00:00

Hey Fans,
auf vielfachen Wunsch haben wir uns in der vergangenen Woche auf die Socken gemacht, um mal im Park nach dem Rechten zu sehen. Unsere Reise begann bewaffnet mit einem druckfrischen Parkplan (um der Gefahr zu entgehen, uns im Park zu verlaufen, da wir sooooo lange schon nicht mehr im Park waren) direkt am Maingate. Nach Durchschreiten dieses ging es die Mainstreet hinab, immer auf der Suche nach interessanten Entdeckungen. Der Geruch von frischer Blumenerde durchströmte unsere Nasen und ein Hauch von Frühling hing in der Luft. Am Ende der Mainstreet angelangt, blieben wir vor einem großen Gerüst stehen. Gegenüber unseres Subways war die Bank komplett eingerüstet und von den einzelnen Etagen drang ein schmissiger Schlagersong zu uns herab. „Er gehört zu mir, wie mein Name an der Tür…“ Und schwupps hatten wir einen dieser penetranten Ohrwürmer… Wie dem auch sei, die Maler fröhnten sichtlich ihrem Verlangen nach Kreativität und die ersten Ergebnisse konnten sich wirklich sehen lassen. In frischem Bahama-Beige erstrahlte die Fassade. Mit rhythmischen Schritten ging es dann aber weiter, schließlich sollten noch mehr Überraschungen auf uns warten. Bereits vom New York Plaza aus konnten wir einen großen Autokran erkennen. So wie der aussah, musste der mehrere Tonnen wiegen. Bestimmt zwischen 2 und 10 Tonnen, da waren wir uns bei diesem monströsen Anblick sicher. Aber was ging dort nur vor sich?

Wir näherten uns, um besser erkennen zu können, welche Gewerke hier tätig waren. In schwindelerregender Höhe entdeckten wir zwei Techniker, die sich mit einem 25er Torx-Schlüssel an einem der Arme des NYC Transformer zu schaffen machten. Und wenig später baumelte dieser Arm auch schon am Kranausleger, welcher ihn sanft auf drei bereitgestellte Paletten ablegte. Einer der Techniker kam nun auf uns zu und berichtete, dass es sich hier um regelmäßige Wartungsarbeiten handle. „Wir müssen sicherstellen, dass unsere Fahrgeschäfte zum Saisonstart im März alle wieder funktionstüchtig und sicher sind“, fügte er anschließend hinzu und wischte sich mit einer Hand den Schweiß von der Stirn. „Echt Knochenarbeit“, erwiderten wir und träumten bereits jetzt schon von unserem bequemen Ledersessel im wohlbeheizten Büro. „Die Arbeit hält uns aber fit“, sagte der Techniker und warf uns einen unmissverständlichen Blick Richtung Bauch zu. „Wir gehen morgen lieber wieder bei Fit XYZ pumpen“, dachten wir nur heimlich bei uns ;-) Noch in Gedanken versunken, schweifte unser Blick Richtung Westernstadt und dann stockte uns ganz plötzlich der Atem… Was wir dort erblickten, konnten wir kaum glauben.

Dort stand ein Kran, der noch um einiges größer war, als der, den wir gerade noch bewundert hatten. Der musste mindestens 100 Tonnen oder noch deutlich mehr wiegen. Da waren wir uns ganz sicher. Allein seine 25 Achsen beeindruckten uns nachhaltig. Der Popelkran am NYC Transformer war demnach sofort vergessen und es zog uns Richtung High Fall. Hoch oben auf dem High Fall konnten wir zwei Techniker erkennen, die in schwindelerregender Höhe damit beschäftigt waren, den Motor auszubauen. Dieser muss nämlich zur Wartung zum Hersteller, erfuhren wir. Nach kurzer Zeit hing er bereits am Haken und wir waren verblüfft, wie klein dieser Motor doch war. Schnell ein Selfie vom Motor, damit auch ihr ihn bestaunen könnt. Dieser kleine Motor bewegt jeden Tag mehrere Tonnen rauf und runter und wieder rauf und wieder runter und wieder… Ihr wisst schon. Noch beeindruckender war allerdings, was sich unten am Freefall-Tower abspielte. An der eigentlichen Gondel machte sich ein Techniker mit einem eigentümlichen Gerät zu schaffen. Irgendwie erinnerte uns das Gerät an unseren letzten Arztbesuch. Und wir lagen gar nicht so falsch. „Es handelt sich hierbei um ein Ultraschall zur thermografischen Risserkennung“, drang es von hinten an uns heran. „Öhh, ja ne is klar, wie bitte???“. „Thermographische Inspektionssysteme bieten einen Ausweg beim Auffinden von Rissen in unterschiedlichsten Materialien. Hierbei wird über eine Sonotrode Leistungsultraschall in den zu prüfenden Werkstoff eingekoppelt. Der Schall breitet sich im Werkstoff auch über längere Strecken aus, so dass die Position der Ultraschalleinkopplung keine Rolle spielt. Die im Material erzeugten Schwingungen führen im Bereich von Rissen zu Reibungsverlusten. Die entstehende Wärme wird mit einer Wärmebildkamera erfasst. Dieses Dunkelfeldverfahren eignet sich daher sehr gut zum Auffinden feinster Risse. Selbst Risse in tieferen Lagen können eindeutig erkannt werden.“, wurde uns daraufhin entgegnet. „Ach so, das meinst Du“, antworten wir leicht beschämt. „Das ist natürlich klar, dass das ein gutes Verfahren ist, wenn das so funktioniert.“ Und damit nicht genug. Der Neunmalklug, der uns von hinten angequatscht hatte, hörte gar nicht auf mit seinen Weisheiten. „Außerdem setzen wir auch noch das Magnetpulver-Verfahren ein. Für die Prüfung muss das Werkstück magnetisiert werden. Bei großen Werkstücken, bei denen eine komplette Magnetisierung nicht möglich ist, wird nur der zu prüfende Teilbereich magnetisiert. Die durch die Magnetisierung entstehenden Feldlinien verlaufen parallel zur Oberfläche. Risse und oberflächennahe Fehlstellen, die quer zu den Feldlinien liegen, erzeugen ein magnetisches Streufeld. Das heißt, die Feldlinien treten auf der einen Seite der Fehlstelle aus dem ferromagnetischen Material aus und auf der anderen Seite wieder ein. Das hat die Entstehung von Magnetpolen zur Folge. Wird nun Eisenpulver über dieses Streufeld verteilt, sammelt es sich an der Fehlstelle an, weil es durch den magnetischen Effekt angezogen wird. Risse, die parallel zu den Feldlinien verlaufen, erzeugen kein Streufeld und können somit nicht nachgewiesen werden. Poren und Risse unterhalb der Oberfläche können nur bis zu einer gewissen Tiefe lokalisiert werden.“ „Cool!“, war das Einzige, was uns jetzt noch dazu einfiel und wir waren uns ziemlich sicher, dass unsere Fahrgeschäfte bis ins letzte Detail überprüft werden, damit Ihr in Zukunft wieder mit gutem Gewissen Spaß haben könnt. Aber dieser Typ war uns wirklich suspekt. So viel Fachwissen hatte uns ganz schön müde gemacht.

Nach diesem erlebnisreichen Tag machten wir uns auf den Rückweg ins Büro. Dabei mussten wir noch schmunzeln, als wir von Weitem erkennen konnten, wie unsere Hai-Dame auf einen Anhänger verladen wurde. „Sie ist bestimmt auf dem Weg in eine Wellness-Einrichtung, um sich für die bevorstehende Saison aufzuhübschen“, dachten wir bei uns. So etwas erlebt man wirklich nur in einem Freizeitpark. Irgendwie lieben wir unsere Arbeit.

Bis denne

Euer neunmalkluges MPG-Team